Zur Geschichte unsererer Schule


(Quelle: Gemeindegeschichte(n) Vaterstetten Blaues Buch 1, 1978)
Vor der Einführung der allgemeinen Schulpflicht in Bayern im Jahre 1802 gab es in der Umgebung keine Schule. Allerdings hatten die Kinder die Möglichkeit, die umliegenden Pfarrschulen zu besuchen, wenn sie das Schulgeld aufbringen konnten. Von diesem Geld wurden die Lehrer bezahlt, die davon nicht leben konnten und mit Nebentätigkeiten wie Gemeindeschreiber, Organist, Chorleiter, Mesner dazuverdienen mussten. Die Schulaufsicht oblag den Pfarrherren. Den Eltern blieb es noch lange Zeit selbst überlassen, ob und wohin sie ihre Kinder zur Schule schickten.

Die erste Schule in unserer Gegend wurde 1812 von Anton Herberger, einem Gütler (kleiner Landwirt) in Neufarn gegründet. Es war eine sog. “Winkelschule”, denn eine Überwachung durch einen Pfarrherren war nicht gewährleistet. Anton Herberger überließ zudem das Unterrichten seiner Frau, so dass die Genehmigung für diese “Weiberschule” von der Regierung wieder entzogen wurde.

Noch lange Zeit waren die Kinder aus Parsdorf und Umgebung keiner bestimmten Schule zugeteilt. Auch in Hergolding wurde auf dem Hof der Familie Möstl vorübergehend eine “Winkelschule” mit dem “profisoryschen”, d. h. nicht ausgebildeten Lehrer Johann Stadler gegründet.


Erst 1835 wurde in Neufarn eine genehmigte Schule errichtet. Sie hatte
zwei Klassenzimmer im Gemeindehaus für “45 Werktagsschüler und 30 Feyertagsschüler” und es unterrichtete der 20jährige Feist.




Das Landgericht gab seinen Segen dazu: “ ...denn es ist immer etwas Mangelhaftes besser, als gar Nichts”. Aus Feist ist später ein guter,
engagierter Lehrer geworden, wie die Quellen berichten.

1906 wurde das Schulhaus in Neufarn zu klein, da die Schülerzahl schon damals 100 bis 117 erreichte. Nun versuchten die Parsdorfer, eine Schule in ihren Ort zu bekommen, mit Erfolg.

Am 13. Januar 1909 konnte die erste Schule in Parsdorf eingeweiht werden. Somit wurde die Schule in Neufarn entlastet.

Am 27. April 1945 wurde die Parsdorfer Volksschule wegen dem Anmarsch der amerikanischen Streitmacht und “starker Fliegertätigkeit” geschlossen. Erst am 17. September 1945 wurde der Unterricht wieder aufgenommen.

Bereits 1964 waren Schulbusse im Einsatz, die von den Lehrern Heinrich und König gefahren wurden. Am 9. Januar 1965 fand die Einweihung des jetzigen Parsdorfer Schulhauses an der Purfingerstraße statt, da das alte Schulhaus am Dorfplatz zu klein geworden war.

Mit der Schulreform 1968/69 wurde die Schule in Neufarn an Parsdorf angeschlossen. Seit 1984 nutzt der Waldorfkindergarten das alte Neufarner Schulhaus. 1987 wurde der erste Erweiterungsbau der Grundschule Parsdorf mit Aula und Nebenräumen eingeweiht. 2002 bekam die Schule drei neue Klassenzimmer und eine Turnhalle dazu, die auch von den Sportvereinen genutzt wird. 2010 wurde der Altbau der Schule generalsaniert.